zirbelnews-Kommentar zum Baum-Verbleib beim FC Augsburg.
Den Baum am Tag vor Heiligabend abzusägen, wäre schon ziemlich makaber gewesen. Doch nicht deshalb, sondern weil „die Auftritte unter Manuel Baum“ Sportdirektor Benni Weber und Co. „den Glauben an einen erfolgreichen Saisonverlauf“ gegeben haben, entschieden sich diese dafür, die ursprüngliche Interims- zur vorübergehenden Dauerlösung bis Saisonende zu machen.
In der Tat ist es dem 46-Jährigen gelungen, den zuvor äußerst verwundbaren FCA zu stabilisieren. Dies geschah indes auf Kosten des immer wieder angepriesenen „aktiven und mutigen“ Spielstils, der langfristig weiterhin angestrebt wird.
Drei Wochen liegt die Trennung von Sandro Wagner zurück. Ob die passende externe Lösung im Winter schlicht nicht verfügbar war, bleibt Spekulation. Naheliegend ist jedoch, dass ein erneutes Experiment – wie es bei Wagner der Fall gewesen war – den Verantwortlichen als zu riskant erschien.
Baum selbst hat das persönliche Spannungsfeld, im Zuge der Fortsetzung seinen Posten als „Leiter Entwicklung und Fußballinnovation“ zu gefährden, durch eine verbindliche Zusicherung aufgelöst. „Für mich ist wichtig, wieder in meine ursprüngliche Position zurückwechseln zu können“, sagt er. Seine Zukunft im Verein gilt damit – unabhängig vom Saisonverlauf – als gesichert.
Spannend wird sein, ob und wie sich das Handeln des Trainers in den verbleibenden 19 Partien verändert. Im Gegensatz zu seiner Interimsphase muss er nun nicht mehr nur kurzfristige Stabilität liefern, soll die angestrebte Entwicklung über eine halbe Saison hinweg doch gewiss nicht vollständig ausgebremst werden.
Situationsbedingt ist es eine nachvollziehbare Entscheidung, zu der man sich binnen der vergangenen Monate gewissermaßen selbst gezwungen hat. Die Bosse können den Fokus in der Winterpause nun zumindest vollständig auf die Verbesserung des Kaders richten – und etwa nach einem Stürmer Ausschau halten, der das Niveau unmittelbar hebt.
Fraglich bleibt, ob ein solcher im Winter überhaupt verfügbar ist – zumal niemand weiß, wer ab Sommer an der Seitenlinie stehen wird. Klar ist: Nicht jedes Problem lässt sich intern lösen (siehe „Mittelstürmer“ Marius Wolf).

